Insulin


Insulin
In|su|lin 〈n. 11; unz.〉 vom Inselorgan der Bauchspeicheldrüse gebildetes Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt [zu lat. insula „Insel“, nach den langerhansschen Inseln]

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In|su|lin [lat. insula = Insel (wegen der Bildung in den Langerhans-Inseln; -in (3)], das; -s, -e: ein vom Pankreas (Bauchspeicheldrüse) ausgeschiedenes, auch gentechnologisch synthetisch zugängliches Peptid-Hormon vom MG ca. 6000, das aus zwei durch Disulfidbrücken verklammerten Ketten aus 21 (A-Kette) bzw. 30 Aminosäuren (B-Kette) besteht. Zusammen mit seinem Gegenspieler Glucagon reguliert I. den Blutzuckerhaushalt im menschlichen Organismus, der auf I.-Mangel mit Diabetes reagiert.

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In|su|lin, das; -s, (Sorten:) -e [zu lat. insula (Insel), mit Bezug auf die Langerhans-Inseln]:
1. Hormon der Bauchspeicheldrüse, das den Blutzuckerspiegel reguliert.
2. Insulin (1) enthaltendes Arzneimittel für Zuckerkranke.

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Insulin
 
[zu lateinisch insula »Insel«] das, -s, in den B-Zellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildetes Peptidhormon, das aus zwei Polypeptidketten (A- und B-Kette) mit 21 beziehungsweise 30 Aminosäuren besteht; diese sind durch zwei für die Funktion unerlässliche Disulfidbrücken miteinander verbunden, während eine dritte Disulfidbrücke einen Ring innerhalb der A-Kette bildet. Bei der Biosynthese wird zunächst das aus einer zusammenhängenden Kette von (je nach Art) 81-86 Aminosäuren bestehende Proinsulin gebildet; durch Abspaltung eines Polypeptids (C-Kette) geht daraus das aktive Hormon hervor. Es wird in der Leber inaktiviert.
 
Die wichtigste physiologische Wirkung des Insulins ist die Senkung des Blutglucosegehaltes, sobald (z. B. nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit) der Normalwert überschritten wird; dabei bestimmt die Höhe der Blutglucosekonzentration die Geschwindigkeit der Insulinsekretion. Durch Bindung an Insulinrezeptoren (ein Glykoprotein), die sich in der Zellmembran von Leber-, Skelettmuskel- und Fettzellen befinden, wird der Eintritt von Glucose aus dem Blut in die Zellen beschleunigt. Antagonist des Insulins ist das Glucagon. Weitere Wirkungen des Insulins sind die Steigerung der Biosynthese von Glykogen, Fetten (auch die Umwandlung von Kohlenhydraten in Fette) und Proteinen mit gleichzeitiger Hemmung von Glykogen- und Fettabbau, Förderung der Glykolyse und Hemmung der Gluconeogenese. Insulin ist somit ein »Speicherhormon«, das die Bildung von Glykogen-, Fett- und Proteindepots in Leber, Fettgewebe und Muskeln fördert, wenn reichlich Nahrung vorhanden ist. Außerdem verhindert es durch Hemmung des Fettabbaus das Auftreten von Ketonkörpern.
 
Der Mangel an Insulin zieht eine Erhöhung der Blutglucosekonzentration nach sich und gleichzeitig folgenschwere Störungen im Fettstoffwechsel, die über eine erhöhte Fettsäurekonzentration im Blut und dadurch gesteigerte Fettsäureoxidation in der Leber zu einer Anhäufung von Ketonkörpern im Blut führen und damit zu dessen Übersäuerung (Ketoacidose).
 
Insulin findet sich bei allen Wirbeltieren; die Unterschiede in der Aminosäuresequenz bei den Insulinen der meisten Säugetierarten sind gering, sodass tierisches Insulin therapeutisch beim Menschen verwendet werden kann.
 
Insulin wurde erstmals 1921 von F. G. Banting und C. H. Best isoliert und bereits ein Jahr später in größeren Mengen und in klinisch brauchbarer Form gewonnen (1926 in kristalliner Form dargestellt). Die chemische Struktur des Insulins wurde in den 40er-Jahren durch F. Sanger aufgeklärt; Mitte der 60er-Jahre gelang H. Zahn und zwei anderen Forschergruppen gleichzeitig die Totalsynthese. - Während früher Insulin für den therapeutischen Gebrauch (als Antidiabetikum) ausschließlich aus den Bauchspeicheldrüsen von Schlachttieren (v. a. Rind und Schwein) gewonnen wurde, wird seit 1980 Humaninsulin in industriellem Maßstab gentechnisch in Coli-Bakterien gewonnen. (Diabetes mellitus)
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Bauchspeicheldrüse: Aufbau, Hormone, Erkrankungen
 
Kohlenhydratstoffwechsel und Diabetes mellitus
 
Kohlenhydratstoffwechsel und Fettstoffwechsel (Normwerte)
 

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In|su|lin, das; -s [zu lat. insula (↑Insel), mit Bezug auf die ↑Langerhans-Inseln]: 1. Hormon der Bauchspeicheldrüse, das den Blutzuckerspiegel reguliert. 2. ® Insulin (1) enthaltendes Arzneimittel für Zuckerkranke.

Universal-Lexikon. 2012.

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